Niederrhein-Kolleg - Staatliches Weiterbildungskolleg - Bildungsgang Kolleg (ehem. Oberhausen-Kolleg) Niederrhein-Kolleg
Staatliches Weiterbildungskolleg - Bildungsgang Kolleg
Land Nordrhein-Westfalen als Träger des Niederrhein-Kollegs

Zurück zur Startseite der Homepage des Niederrhein-Kolleg Startseite
Top-aktuelle News!!! Aktuelles
Informationen zu Zielen, Aufnahme, Terminen, BAföG, Wohnheim etc. Information
Unterrichtsangebot und Fächer Unterricht
  Das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabefeld: Deutsch, Englisch, Französisch, Laterin, Kunst Aufg.-Feld I
  Das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld: Geschichte, Erdkunde, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Religion Aufg.-Feld II
  GeschichteGeschichte Geschichte
ErdkundeErdkunde Erdkunde
PhilosophiePhilosophie Philosophie
SoziologieSoziologie Soziologie
VolkswirtschaftslehreVolkswirtschaftslehre VWL
  Das mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Aufgabenfeld: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik Aufg.-Feld III
  ohne Zuordnung zu einem Aufgabenfeld: Religion ohne Aufg.-Feld
  Arbeitsgemeinschaften (Spanisch, Philosophie, Scheibwerkstatt), Lerntechnik und Kursfahrten weitere Angebote
Service: Terminplan, Links, Bus/Bahn etc. Service
Kolleg-ABC Kolleg-ABC
Verein der Freunde und Förderer des Niederrhein-Kollegs e. V. Förderverein
Adressen, Telefon, Fax, eMail, Anfahrt etc.! Kontakt
Impressum: Namen, Adressen, Telefon und Fax Impressum


Stand: 01.05.2009
Soziologie am Niederrhein-Kolleg
  Was ist eigentlich Soziologie?
Der bedeutende aber nicht unumstrittene deutsche Soziologe Theodor W. Adorno hat in einer seiner Vorlesungen die Soziologie als "Einsicht in das Wesentliche der Gesellschaft" bezeichnet. Aber was ist das Wesentliche der Gesellschaft? Und was soll demgegenüber das Unwesentliche sein?
Wir haben uns doch alle in dieser Gesellschaft eingerichtet - wozu braucht man dann eine Wissenschaft, die nach dem Wesentlichen von Gesellschaft fragt? Gut, wer ein Hochhaus bauen will, der muss die Gesetze der Statik beherrschen, damit das Haus nicht direkt nach dem Richtfest in sich zusammenbricht. Aber wozu die "Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft" - wenn diese dann das Wesentliche wären - erforschen? Die Gesellschaft funktioniert doch auch so, ohne dass Soziologen sie erklären!
Und außerdem: Wir erleben tagtäglich die Alltagswirklichkeit dieser Gesellschaft - wir spüren selbst, wie diese Gesellschaft funktioniert. Wieso brauchen wir dann noch eine Wissenschaft?
Solche Fragen sind auf den ersten Blick sicherlich nicht unberechtigt. Aber:
  • Kennen wir nicht alle das Phänomen, dass sich dieselben Menschen im Privatleben ganz ungezwungen geben, im Berufsleben sich aber von einer ganz anderen Seite präsentieren? Diese Differenz hat mit den unterschiedlichen Erwartungen zu tun, die in den verschiedenen Situationen an die Person gestellt werden: Im Privatleben soll sie ein Freund sein, im Berufsleben dagegen z. B. ein durchsetzungsfähiger Abteilungsleiter. Konflikte, die sich aus diesen unterschiedlichen Erwartungen ergeben könnten, erklärt der Soziologe aus den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen und nicht als ein persönliches Versagen der Person.
  • Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die meisten Jugendlichen von sich behaupten, vollkommen individuell ("Ich bin ich!") und unangepasst (&Ich mache nur, was ich will!") zu sein - und dennoch gesellschaftlich gültigen Normen, Schönheitsidealen und Verhaltensweisen folgen? Ist somit persönliche Individualität gesellschaftlich erzeugt, ohne dass man sich dessen bewusst ist, indem eine bestimmte Art sich zu kleiden dadurch zur Mode wird, dass sich einzelne Gruppen durch äußerliche Zeichen (z. B. Kleidung) voneinander abgrenzen wollen.
  • Wenn es so wäre, dass Erwerbslosigkeit eine Folge der persönlichen Faulheit von Arbeitslosen ist - weshalb gab es dann in vorindustriellen Gesellschaften keine Arbeitslosigkeit? War damals etwa niemand faul? Oder hat Erwerbslosigkeit vielleicht etwas mit der jeweils gültigen Gesellschaftsstruktur zu tun?
Diese "Merkwürdigkeiten" zeigen: Ganz so einfach ist die Frage nach dem ‘Wesentlichen’ der Gesellschaft nicht zu beantworten und unsere Alltagswahrnehmung greift manchmal zu kurz. Die Soziologie bemüht sich nach dem bisher Dargestellten offenbar darum, die allgemeinen alltäglichen Phänomene auf ihre gesellschaftlichen Ursachen zurückzuführen.
Die Soziologie will aber daneben auch erklären, weshalb es in Gesellschaften, die von sich behaupten, freie bzw. "offene Gesellschaften" zu sein, strukturelle Zwänge gibt, die keine freie Entscheidung zulassen wie z. B. die durch ungleiche Bildungschancen verursachte Unfreiheit, sich den Job nicht aussuchen zu können. Kurz: Die Soziologie will prüfen, wie Anspruch und Wirklichkeit unserer Gesellschaft zusammenhängen.
Oder in den Worten von Adorno: "Was Soziologie eigentlich ist oder zu sein hat, das kann man nur dadurch herausfinden, dass man sie betreibt." Also: dass man's halt macht!
Seitenanfang

Und so wird's bei uns am NRK gemacht:
  Einführungsphase
Einführung in die Grundkategorien soziologischen Denkens
  1. Verhältnis Individuum - Gesellschaft: Zum Begriff der Interaktion
  2. Der Prozess der Sozialisation: Das Zusammenspiel zwischen ‘äußerer’ und ‘innerer’ Realität bei der Herstellung sozialer Handlungskompetenz
  3. Die unterschiedlichen Sozialisationstheorien als Beispiel für unterschiedliche Theorieansätze in der Sozialforschung
(Soziologie kann am NRK in der Einführungsphase nur im ersten Semester belegt werden.)

  Themen der Hauptphase
III. Semester

Alltagstheoretische Beschreibung der gegenwärtigen Gesellschaft unter dem Schwerpunkt der Individualisierung:
  1. Der Prozess der Individualisierung nach Beck/ Giddens
  2. Bedeutung von Arbeitslosigkeit und Armut für den Einzelnen
  3. Lebensstil nach Schulze bzw. Bourdieu
  4. Wertewandel nach Inglehart
IV. Semester

Der soziale Wandel von der vor- zur postindustriellen Gesellschaft in den Bereichen Werte, Technologien, Lebensformen und Arbeit und seine Auswirkungen auf die Lebensgestaltung:
  1. Veränderungen der Funktionen der Familie unter den Bedingungen von Entstrukturierung und Enttraditionalisierung
  2. Sozialisationstheorien; Rollentheorie
  3. Rolle Mann/ Frau in Familie und Gesellschaft
  4. Familienpolitik: Möglichkeiten und Grenzen
  5. Entwicklung der Kommunikationstechnologien
V. Semester

Entwicklung und Struktur der Gesamtgesellschaft auf der Ebene sozialwissenschaftlicher Deutungen gesellschaftlicher Ungleichheit:
  1. Dimensionen sozialer Ungleichheit in Deutschland (materielle Ungleichheit und Ungleichheiten der Bildung, des Prestiges und der Macht);
  2. Theorien zur Beschreibung sozialer Ungleichheit: klassische Schichtungstheorie, nivellierte Mittelstandsgesellschaft, Theorien sozialer Lagen, Milieutheorien
  3. Gesellschaftstheorien
  4. demographischer Wandel (Lebenslaufforschung)
VI. Semester

In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?:

Systematische Verknüpfung und Vertiefung einzelner in den Semestern behandelter Themenaspekte unter gesellschaftskritischen Aspekten
StR Peter Dott
Seitenanfang
 

Links zur
Soziologie



Zentralabitur NRW
 Soziologie im 
 Zentralabitur 2008 
 Weiterbildungskolleg

ZUM-Wiki zur
Soziologie
 ZUM-Wiki zur Soziologie 
 (Zentrale für Unterrichtsmedien)



Politik/Sozial-
wissenschaften

auf Learn:Line
 Politik/Sozialwissenschaften auf dem 
 NRW Bildungsserver 
 (learn:line)

Politik / SoWi
auf
 Philosophie auf 
 Lehrer-Online

Weitere Links

Niederrhein-Kolleg - Staatliches Weiterbildungskolleg Wehrstr. 69 46047 Oberhausen webmaster@niederrhein-kolleg.de